nebenbei statt nur mittendrin

Power to the People - Greift zu

Juni 17th, 2007 by Bernhard

“Politikverdrossenheit in Deutschland. Wohin führt uns die Parteiendemokratie? Kritiken, Analysen und Utopien sind gefragt!”, so lautet die Vorgabe die Raphael vom onezblog zum Politischen Blogkarneval gab.

In meinem Artikel den ich zu der Veranstaltung beitrage, möchte ich die Möglichkeit eines Weges beschreiben der in eine politische Utopie münden könnte. Und von dem ich mindestens glaube, dass er uns allen sehr helfen würde.

Diesen Weg zu beschreiben werde ich einige Thesen positionieren, die ich hier aus Gründen der Kompaktheit nicht weiter erläutern werde.

Sollte jemand mit diesen nicht einverstanden sein oder eine Begründung für diese wollen, werde ich natürlich gerne darüber diskutieren bzw. meine Sicht der Dinge erklären.

Die erste dieser Behauptungen die ich aufstelle ist , dass jedes politische System nur so gut ist, wie die Kompatibilität zum Entwicklungsstand des Menschen gegeben ist.

Womit ich praktisch meine, dass zum Beispiel der Sozialismus, wahrscheinlich (ich will das hier nicht beurteilen) ein gutes System ist, aber nicht für den Menschen wie wir ihn kennen. Weil eben dieser bei der Umsetzung überfordert ist.

Genauso behaupte ich, dass zum Beispiel eine Monarchie besser sein kann als unsere vom Konstrukt her, wesentlich überlegenere Parteiendemokratie. Wenn eben nur die Bürger sowie der Herrscher in der Monarchie weiser, klüger und aufgeklärter sind als es momentan in unserer Form der Demokratie der Fall ist.

Ausgehend von dieser These, folgere ich weiter, dass der Ansatz unser System zum besseren zu ändern, nicht durch einen direkten Eingriff in die Struktur des selbigen zu erreichen ist.

Sondern vielmehr indem wir uns selbst ändern.

Um eben durch diese Wandlung auch Einfluß auf die zu nehmen, die sich eigentlich nicht ändern wollen, sei es weil sie Nutznießer der herrschenden Umstände oder eben aus anderen Gründen heraus nicht motiviert sind ihren Einfluß geltend zu machen.

Auf dem Weg den ich mir vorstelle, wird jeder Einzelne zum Handelnden. Weil er sich bewußt ist, dass er seine Meinung, durch Taten zum Ausdruck bringen muß. Damit eine Welt im Sinne der Mehrheit geschaffen werden kann.

Dieser moderne Mensch wählt dann nicht nur Parteien. Nein, er wählt auch die Unternehmen bei denen er einkauft bewußt aus. Er zeigt Zivilcourage und greift ein wenn es sein muß. Weiter wird er sich informieren und bilden, um immer möglichst gut abwägen zu können wie er sich verhält.

Dies alles immer mit dem guten Gewissen und der Befriedigung von seinem Standpunkt aus gesehen, dass richtige zu tun.

Das Wissen, die Kommunikations- und Handlungs-Möglichkeiten sowie die Macht an sich, ist vielen Menschen schon heute gegeben, nur leider wird dies alles noch viel zu wenig genutzt.

Denn es reicht nicht sich ständig auf die Politiker und Unternehmen zu berufen oder diese ständig zu beschimpfen. Man muß selber aktiv werden. Das Volk muß den Herrschenden zeigen wo es lang geht. Die Menschen wissen nämlich wo die Probleme in dieser Welt zu finden sind und sie wollen sie auch ausmerzen.

Das Volk muß die Herrschenden zu seinen Interessenvertretern machen - Interessenvertretern von vielen und nicht wie bis jetzt von einigen.

Und vielleicht …………..

Tags: Utopie, Eigeninitiative, Anarchie, Handelnder, Zivilcourage, Interessenvertreter, Taten, Aktivität, Mensch, Macht

Posted in Politik und Gesellschaft |

10 Responses

  1. Politischer Blog-Karneval: Bisher eingereichte Artikel Says:

    [...] Power to the People - Greift zu | Nebenleben [...]

  2. bitter_twisted Says:

    Über Sozialismus wollte ich behaupten, das es ein schlechtes System ist. Erstens weil es unmöglich funktionieren kann, wenigstens in seiner Urform mit kollektiev gehaltenen Produktion, wäre es physisch unmöglich Kosten zu berechnen. Zum Beispiel unser Gesundheitssystem, es ist physisch unmöglich zu berechnen ob Kosten und Einnahmen gerecht sind, weil das System selber beides diktiert.

    Über Monarchie würde ich behaupten das sie einige große Vorteile über Demokratie hat, der offensichtigste ist das eine Monarchie seine Finanzen auf Langzeit plant, sie hat kein Bedarf die Gunst der Wähler mit nicht vorhandenen Geld zu kaufen. Zweitens arrangiert eine Monarchie seine Kriege auf einer Weise das die meisten Bürger nicht in ihren Tagesgeschäft gestört werden. Ausserdem geht der Köng vorsichtig mit den Leben seiner Soldaten um. er hat viel in sie investiert.

    Die Massenverluste im Krieg die für Demokratien normal sind, lassen sich nur mit billigen Wehrpflichtigen machen.

  3. Bernhard Says:

    Es ist interessant was Du sagst, wenn es auch meiner persönlichen Meinung widerspricht.

    Ich wollte auch in meinem Artikel, eher weg von der Diskussion um das richtige System. Als viel mehr sagen, dass wir uns alle ändern müßen, wenn wir eine bessere Welt wollen. Und das ganz unabhängig vom System. Denn ich finde unseres nicht schlecht. Es hapert eben nur an der Umsetzung. Und wegen der bringe ich dann die von mir beworbene Eigeninitiative ins Spiel.

  4. softanarcho Says:

    “Die erste dieser Behauptungen die ich aufstelle ist , dass jedes politische System nur so gut ist, wie die Kompatibilität zum Entwicklungsstand des Menschen gegeben ist.”
    —–
    Danke für diesen Satz! Wann kann es wohl soweit sein, dass die Menschheit ohne Herrschaft bzw. ohne Führung eine menschliche Ordnung, in der Entscheidungen nicht durch Machtausübung, sondern durch Konsens gefunden wird, verwirklicht?. Es würde allein das eigene Gewissen herrschen.*

    Ich fürchte, das dauert noch ein wenig. Falls sich die Menschheit nicht vorher selbst von diesem Planeten vertilgt… Aber das wäre doch was oder?

    *Man nennt diese Idee Anarchie- auch wenn es einige nicht wahr haben wollen.

  5. Bernhard Says:

    Danke für deinen Kommentar ;)

    Ja, das wäre was, daran habe ich auch schon öfters gedacht.
    Allerdings hemmt mich da, wie wohl auch Dich, ein wenig der Realismus.
    Vorerst wäre es schon ein großer Schritt wenn alle mehr Initiative zeigen würden. Und wer weiß was dann alles möglich ist.
    Weil mit den richtigen Menchen, kann auch eine Anarchie funktionieren und vielleicht wäre sie, sogar dann, die beste Gesellschaftsordnung.

  6. softanarcho Says:

    @Bernhard

    Ach, schön wenn sich mal jemand wirklich Gedanken macht; wenn ich das Wort “Anarchie” sonst mal so erwähne, rufen die Leute immer gleich nach der Polizei - wobei diese Assoziation auch irgendwie verständlich ist. Ungesicherten Quellenangaben zufolge, machen die Neuerdings ja auch, was sie wollen… ;-)

    softanarcho

    PS: Hab’ dich gerade in meine Blogroll getickert, wenn’s recht ist.

  7. Bernhard Says:

    Is natürlich recht. Und ich habe Dich auch in meine Blogroll aufgenommen.

    Anarchie reimt sich übrigens auf Utopie ;)

  8. Yoda’s Blog » Blog Archive » Der politische Blog-Karneval ist beendet Says:

    [...] Power to the People - Greift zu | Nebenleben [...]

  9. Nebenleben » Blog Archiv » Politischer Blog Karneval beendet Says:

    [...] Power to the People - Greift zu | Nebenleben [...]

  10. zenblé Says:

    Lust auf mehr - Politischer Blog-Karneval…

    Ich hätte nie gedacht, dass sich 56 Blogs am ersten politischen Blog-Karneval - organisiert vom onezblog - beteiligen. Die Beiträge, jedenfalls alle die ich bisher gelesen habe, sind voller verschiedener Gesichtspunkte und Meinungen zum Thema…

Leave a Comment

Please note: Comment moderation is enabled and may delay your comment. There is no need to resubmit your comment.

Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken &handeln! Willst du auch an der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien:
Bereitgestellt von dirk/dataloo