Journalismus in der Vertrauenskrise
Ich gestehe hier, ich mag Journalisten, ich mag Günter Wallraff (auch den neuen), Heribert Prantl, Andrian Kreye, den halb Blogger halb Journalist Jens Berger einige andere und bestimmt sogar welche von denen ich nicht mal den Namen kenne. Trotz alledem wird es immer augenscheinlicher, wie schlecht es in diesem Land um den Journalismus bestellt ist, für sich alleine gesehen ist schon die Entwicklung des “ehemaligen Nachrichtenmagazins” Spiegel, wie ein sehr bekannter Blogger es immer wieder liebevoll bezeichnet, ein Erdrutsch gen den Abgrund der Berichterstattung. Jetzt bringt eine Studie der TU Dresden für die tausend Deutsche befragt worden sind ziemlich genau auf den Punkt, was ich auch denke und anscheinend auch die meisten Teilnehmer.
Ich habe mal zwei Auszüge veröffentlicht, die ich sehr treffend finde, den ganzen Text kann wer will hier nachlesen.
Die Politik-Berichterstattung wird darüber hinaus von fast zwei Dritteln der Befragten als zu wenig objektiv kritisiert, obwohl gerade Objektivität von ebenfalls zwei Dritteln erwartet wird. Fast zwei Drittel glauben, Journalisten unterdrückten häufig Stellungnahmen von Experten, die anderer Meinung sind als sie selbst.
Eine deutliche Mehrheit der Befragten beschreibt Journalisten als käuflich. Rund zwei Drittel glauben, dass bezahlte Recherchen häufig vorkommen oder dass die Interessen von Anzeigenkunden auch in der redaktionellen Berichterstattung berücksichtig werden. Bemerkenswert ist dabei, dass diese Praxis vielen als nicht verwerflich erscheint. Die Akzeptanz dieser ethisch zweifelhaften Praktiken ist dabei unter jungen Deutschen besonders groß. Schließlich fehlt es der Bevölkerung an einer klaren Vorstellung davon, was Journalismus ist und was nicht. Viele unterscheiden nicht mehr zwischen Journalismus und PR. Die Formate des Internet verstärken diesen Trend. Unter den 18- bis 24-Jährigen versteht jeder Zweite Blogging als Journalismus.
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