nebenbei statt nur mittendrin

Boykott der Verursacher

Juni 17th, 2009 by Bernhard

Wenn ich einfach mal vorraussetze, dass der hauptsächliche Urheber der Internetzensur die da geschaffen werden soll die Film- und Musikindustrie ist (was ich wirklich glaube), wie würden deren Lobbyisten, die meiner Meinung nach, massiven Einfluß auf die Politik haben, reagieren müssen wenn man ihre Produkte bestreiken würde. Kein Kino, keine DVD, keine CD, wenn nichts von alledem noch Einzug halten würde in das Leben all derer die gegen die Sperren bzw. dieses Gesetz sind. Ich bin mir ganz sicher dann würde sich ganz schnell einiges ändern.
In diesem Fall würden die nämlich merken wer ihre Kunden eigentlich sind und sie wären gezwungen mit in die Debatte einzusteigen.
Wenn dies alles nur allein schon von den Unterzeichnern der Petition gegen Internetzensur eingehalten werden würde, sagen wir mal für drei Monate, dann würden sich garantiert einige Politiker drehen und wir hätten eine Diskussion wie es sie in Deutschland schon lange nicht mehr gegeben hat.

Und wenn das nicht Anreiz genug ist stellen Sie sich einfach die Gesichter der “Macher” vor, bei Gewinneinbußen in zweistelligen Prozentbereich. Na, sehen Sie, dass könnte echt Spass machen.

Ach ja, und staatliche Lotterien sollte auch keiner mehr unterstützen.

Posted in Live dabei gewesen |

9 Responses

  1. ich Says:

    Funktioniert nicht - ich boykottiere die alle schon seit dem Kopierschutz-Umgehungs-Verbots-Gesetz. ;)

  2. Kris Wenders Says:

    Moin,

    die Idee ist ja nicht schlecht, aber sind wir mal ehrlich: in der Öffentlichkeit würden die betroffenen Unternehmen die Umsatzeinbrüche der „Krise“ in die Schuhe schieben.

    Keiner von denen würde offiziell zugeben, dass der massive Protest der „Internetnutzer“ dafür verantwortlich ist.

    Solange der Protest nur im/übers Netz publiziert wird, haben wir nur geringe Chancen. Stattdessen sollte man auch versuchen, in die klassischen (Print-)Medien zu kommen. Wir Netzbürger wissen, worum es geht, das brauchen wir uns nicht ständig gegenseitig erklären. Die Leute da draußen, die nicht oder nur wenig im Netz unterwegs sind, müssen aufgeklärt werden – auch über klassische Medien erreicht werden, sonst hat das alles keinen Sinn.

    Man kann in einen leeren Raum noch so laut hinein rufen, es wird keiner hören, denn es sitzt niemand drin.

    Trotzdem ist die Idee interessant.

    Mit freiheitlichen Grüßen,
    Kris Wenders

  3. Bernhard Says:

    @ich

    das Du schon damit gestartet hast ist sehr gut, damit bist Du quasi ein Vorläufer ;) Nur wie sieht es aus wenn ganz viele das machen?

    @Kris

    klar sollten wir versuchen in die klassischen Medien zu kommen und das ist ja auch mittlerweile schon sehr oft gelungen und wenn jezt auf einmal alle bloggen, twittern usw. würden, dass sie die Unterhaltungsindustrie boykottieren, dann würde, dies auch seinen Weg in die Presse finden.

    Das geniale hierbei wäre sogar, das abstrakte Element das mit dem einhergeht - die Menschen denen bis jetzt die Sperren egal waren, müssten sich damit beschäftigen, weil es sie verwirren würde - sie würden denken warum die Unterhaltungsindustrie? Und aufmerksamer auf das werden um das es eigentlich geht.

  4. trot Says:

    ich boykotiere den pack seit es internet gibt …und vernseher hab ich auch schon weggeschmiessen=))

  5. trot Says:

    nachtrag: ich glaube, es ist zeit für den aufruf die presse zu boykotieren.

  6. Ingo Lembcke, Hamburg Says:

    Komisch, ich glaube, die Industrie springt nur gerne auf den Zug auf.
    Mein persönlicher Fadenzieher im Hintergrund ist Hr. Schäuble. Ich kann nicht glauben, dass die Industrie so geschickt ist, über diesen Weg ihre Ziele zu erreichen. Schäuble schon…
    CD+DVD kaufe ich fast nur im Ausland (engl. Tonspur/unzensiert), CD auch bevorzugt direkt bei der Musikgruppe.
    Gegen Internetsperren keine Produkte der Unterhaltungsindustrie zu kaufen? Wenn ihr das in der Öffentlichkeit vermitteln wollt, wünsche ich euch viel Glück! Aber ich habe da so meine Zweifel, das es jemand nachvollziehen kann.
    Ich werde ja auch nicht zum Vegetarier, weil ich gegen Internetsperren bin!
    my 2 Ct.

  7. Bernhard Says:

    Ich denke die Gewichtung der Einflußnahme der Beteiligten zu werten ist schwierig bis unmöglich, aber das die Unterhaltungsindustrie ein Hauptverursacher dieses Gesetzes ist, da bin ich mir sicher. Und warum nicht auch diese attackieren? Warum immer nur Politiker? Wie bereits bekannt, wollen sowohl der CCC als auch der AK Zensur nicht mehr mit der SPD debattieren. Und selbst wenn (was ich nicht ganz glaube), die Unterhaltungsindustrie nur ein Mitläufer ist, sollte sie nicht trotzdem spüren, dass dies unerwünscht ist?
    Es gibt übrigens auch Zitate und Belege, dass z.B. die Musikindustrie (siehe bspw. Dieter Gorny) Internetinhalte zensieren möchten. Wieso sollte man dies nicht vermitteln können?

  8. Ingo Lembcke, Hamburg Says:

    Das die Musikindustrie gerne zensieren möchte, sehe ich auch so.
    Aber mit den Sperren, die für die Musikindustrie noch nicht mal offen im Gespräch sind, einen Kauf-Boykott (den einige p2p-24/7-User ja wohl schon durchziehen) zu begründen, halte ich für sehr schwer.
    Solange die Sperren noch nicht mal für (vorgeblich) Kinderpornos umgesetzt sind, was lt. z.B. T-Online ca. 6 Monate dauern wird, ist das nicht nur mir schwer glaubhaft zu machen.
    Und ich stehe da durchaus auf eurer Seite.

  9. Bernhard Says:

    Das ist schon wieder ein super Grund und welch Zufall, es war wieder der Gorny ;)

    Zitat:”Dieter Gorny also. Er sagte die für den September geplante Popkomm in Berlin ab, und zwar wegen zu geringer Anmeldezahlen und als Zeichen des Protests gegen Internetpiraterie.”

    http://www.fr-online.de/in_und...28c9c856d8e9e862885b2d2584aae4

    @Ingo
    Deine Argumentation verstehe ich natürlich, finde es aber aus genau diesem Grund auch sehr reizvoll, dass eben nicht jeder direkt versteht warum etwas gemacht wird - ich denke man muss Denkmuster aufreissen indem man Aktionen macht, die vielleicht nicht jeder sofort versteht.

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