Wie wahrscheinlich vielen auffällt ist die TLD der Seite eine österreichische und diese soll auf Bestreben der KJM indiziert werden, wohlgemerkt einer deutschen Institution. Auf gameware.at kann man darüber folgendes lesen:
die bayerische KJM will uns indizieren lassen: die Kommission für Jugendschutz der Landesmedienanstalten hat der BPjM einen Antrag gesendet uns indizieren zu lassen, soll heissen, in Deutschland wäre dann die Nennung des Names Gameware verboten. Begründung: durch unsere Website (die dort offensichtlich niemand genau angeschaut hat, wo um alles in der Welt laufen dort “Gewaltvideos”) droht eine “sozial-ethische Desorientierung”, “Verrohung Heranwachsender” und “nachhaltiger Empathieverlust”. Unsere Spiele lassen ausser dem Töten aller Gegner keinerlei Spielziele erkennen usw … (ps: auf der Front sind u.a. Anno 1404, Aion, Divinity 2 beworben).
Sehr ehrlich und treffend ist auch folgende Aussage von Gameware, die ich hier auch mal gerne zitiere:
Was haltet Ihr davon ? Uns kanns eigentlich wurscht sein, aber wenn ich in Deutschland leben würde, langsam tät ich Angst kriegen.
Ja, ich glaube so geht es vielen die hier leben. Hoffentlich kommt nie der Tag an dem wir sagen müssen, lasst uns noch einmal leise “Gameware” sagen. Servus dann.
via Joe Hallenbeck in den Kommentaren von netzpolitik.org
Hier beschreibt ein Leser eines Gamer-Magazins wie und warum er fast zum Amokläufer geworden wäre.
Als ich an der Werkstatt meines Vaters war ließ ich mein Fahrrad fallen und begab mich tränenüberströmt zum Waffenschrank. Mein Vater hatte Waffen und ich wusste auch damit umzugehen, wir hatten immer wieder Zielübungen auf Bierdosen oder Ü-Ei Figuren unternommen. Mir war alles egal. Ich wollte diese Menschen töten, einen Befreiungsschlag ausüben, Rache nehmen für die Jahre der Hölle auf Erden, die man mir bereitet hatte. Ich wollte nur noch den Tod. Den der anderen und/oder meinen eigenen. Egal. Es sollte einfach nur enden. An diesem Tag. Mir war alles egal.
Der Beitrag ist sehr lesenswert und sicher auch sehr nützlich für die Ursachenforschung von Amokläufen im speziellen und für die Killerspieldebatte im allgemeinen.
Die Innenministerkonferenz beschließt ein Herstellungs- und Verbreitungsverbot von sogenannten Killerspielen, womit wahrscheinlich Ego-Shooter gemeint sind und ich beschließe gerade mich zu fragen wo ich hier eigentlich lebe.
Anstatt das Problem an der Wurzel zu packen wird im blinden Aktionismus einfach ein Verbot beschlossen das nichts aber auch gar nichts ändern wird. Dieses Verbot ist geradezu das beste Zeichen, dass sich nichts ändern wird und zwar aus dem Grund weil den Betroffenen schon wieder nicht zugehört worden ist, so wie es sympthomatisch für unsere Gesellschaft ist. Die Entscheidungsträger labbern, machen, tun und die, die wirklich Ahnung haben oder sich gerne ausdrücken würden, werden nicht gehört.
Und überhaupt es gibt eben ein gewisses Lebensrisiko mit dem wir alle leben müssen, sei es im Straßenverkehr, auf der Arbeit oder eben z.B. in der Schule und das ist überhaupt nicht zynisch gemeint, sondern so, dass wir gerade was Amokläufe betrifft mehr Ursachenforschung brauchen und uns wohl als Gesellschaft insgesamt wandeln müssen damit jugendliche Verzweiflung nicht in einem Meer aus Blut und Tränen endet.
Wer meint er könnte mit einem Verbot von Killerspielen die zerrüttete Psyche von einzelnen Jugendlichen heilen ist entweder ein Phantast oder ein Populist.
Außerdem, um mal die eigene Erfahrung zu Wort kommen zu lassen, sind die Spieler von Ego-Shootern aus meinem Umfeld, äußerst friedfertig, eben das genaue Gegenteil von gewaltbereit.
Ich vermisse auch etwas den Aufschrei in der Blogosphäre und verlinke daher mal ein paar Artikel die ich zum Thema gefunden habe und zwar hier, hier, hier und hier.
Update v. 05.06.2009
Hier erläutert Herr Vetter satirisch wie dämlich das Verbot ist.
Noch ist die Arbeitsleistungs von 86 PCs nötig.
Aber ich bin sicher, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis man dies auch mit weniger Rechnern schaffen kann.
Mit Hilfe einer 3D-Spiele Engine, wollen es Wissenschaftler der University of Toronto ermöglichen, Desktop-Icons ähnlich wie reale Objekte zu behandeln.
Man kann sie zum Beispiel zerknüllen, werfen oder stapeln andererseits aber zum Beispiel nicht essen, trinken oder streicheln.
Über Sinn und Unsinn läßt sich streiten. Nett anzuschauen ist es allemal.