PJ Harvey
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nebenbei statt nur mittendrin
Als ich die Meldung las, dass unsere “Truppe” endlich auch im Inland eingesetzt werden darf stimmte ich zügig-zackig ein dreifaches Hipp-Hipp-Hurra an bevor mich die Emotionen dann voll packten, ich die Hand auf mein Herz legte und mir die Tränen nebst viel Rotz auf mein Springerstiefelimitat tropften.
Endlich, endlich, endlich hat unser Liebesminister Schäuble das geschafft wovon andere nur geschwätzt haben. Im Fall des Falles kann jetzt gegen hochverdächtige, subversiv Verseuchte wie z.B. diese zwei Kameraden auch militärisch vorgegangen werden und mal ganz ehrlich welchem Idioten Patrioten wird da nicht heiss im Gemächt.
Wenn jetzt noch der abwertende Begriff “Bundeswehr” durch “Friedenshüter” ersetzt wird dann hat sich zumindest einer meiner großen Träume total erfüllt, einen anderen findet man hier.
Als Zeichen meines Grossmutes kann der interessierte Leser aber auch diese undifferenzierten Meinungen einholen und zwar hier, hier, hier und jetzt auch hier.
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Nachdem ich den Film “Der Baader-Meinhof-Komplex” am Samstag in totaler Übermüdung bis 2:00 Uhr morgens gesehen habe, bin ich mir ganz sicher, dass es sich keineswegs wie hier schon mal erklärt um eine Glorifizierung der RAF-Kader handelt. Der Film ist eher eine sehr schnelle Aneinanderreihung von in diesem Zusammenhang historischen Ereignissen, die größtenteils sehr detailgetreu dargestellt werden. Wenn Rudi Dutschke eine Rede hält, wenn die Jubelperser auf die Demonstranten losgehen, wenn die 2. Generation der RAF “in einer harten Aktion” Hans-Martin Schleyer entführt und bei all den anderen historisch verbrieften Szenen, dann fühlt man sich so als ob der Film zur Real-Doku wird.
Anders ist dies leider bei den drei Hauptcharakteren Meinhof, Ensslin und Baader, diese bleiben sehr blass und wie Ex-Innenminister Gerhart Baum in der “Zeit” sinngemäß sagte fehlt ihnen der erklärende Unterbau der zur Rechtfertigung ihrer Taten diente.
Andere Charaktere gehen sogar vollends unter, sie tauchen eben kurz auf und sind genauso so schnell wieder verschwunden. Rühmliche Ausnahmen bilden hier allenfalls Horst Herold gespielt von Bruno Ganz und Nadja Uhl als Brigitte Monhaupt, diese brillierten so stark, dass ich hier nicht mal eine genauere Einleitung vermisst habe.
Warum übrigens Otto Schilly (EX-Raf-Verteidiger und Ex-Innenminister) in der prominenten Riege der Dargestellten nicht wenigstens kurz im Bild war ist mir ein Rätsel, ein oder zwei Zitate seinerseits bei den Stammheimer Prozessen hätte er sicher verdient gehabt.
Und damit ich nicht falsch verstanden werde die schauspielerischen Leistungen sind bis in die Kleinrollen wie z.B. Tom Schilling als Rudi Dutschkes Attentäter gut bis sehr gut besetzt und dargestellt, nur werden die Protagonisten der jeweiligen Szene eben ohne weitere Erklärung aufs Feld geführt und wieder entlassen, was ich dann doch als schade empfinde aber natürlich der Menge des zu zeigenden Materials geschuldet ist.
Trotz allem will ich dem Film keine Vorwürfe machen, da er wohl einfach ohne große Botschaft die Geschichte anhand von Fakten erzählen will - was ihm dann auch sehr gut gelungen ist.
Fazit: Für alle die sich schon mit dieser Zeit beschäftigt haben ein sehr sehenswerter Film, für alle anderen wahrscheinlich etwas undurchsichtig aber vielleicht auch ein guter Grund versäumtes Wissen nachzuholen.
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Heute Morgen - mein freier Tag - klingelt das Telefon während ich schlafe.
Ich: Ja
Sie: Du kannst ruhig ausschlafen, ich komme später.
Ich: Ja, danke.
OMG
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Passend zur heutigen Premiere von Austs Buchverfilmung “Der Baader-Meinhof-Komplex” schreibt Bettina Röhl einen Artikel in der “Welt”, der sich gegen die Mythenbildung der RAF-Mitglieder ausspricht und den Beteiligten am Film eben Aust, Eichinger und Edel dieselbige vorwirft.
Röhl weiß sogar, dass wenn sich “Baader, Meinhof, Ensslin im Himmel oder in der Hölle oder wo immer sie sonst ihr Dasein fristen , einen irdischen Vertreter ihrer Interessen wählen dürften, es wahrscheinlich Stefan Aust mit seinen jüngst engagierten Assistenten Edel und Eichinger wären.”
Na ja, ich halte dies für mehr als zweifelhaft, überhaupt halte ich und das ohne mehr als einem Trailer vom Film gesehen zu haben, so einiges an ihrem Text für verquert. Wenn sie argumentiert, dass die Todesszenen der Opfer so dargestellt werden wie Edel und Eichinger sie sich “entertainmentmäßig” vorstellen, dann finde ich liegt dies nur ganz in der Natur eines Filmes und an der Arbeit der Schaffenden etwas so darzustellen wie sie es sich vorstellen und wenn Frau Röhl meint es wäre “entertainmentmäßig” wie die Opfer in den Tod gehen, dann kann das auch nur ihre ganz eigene Sicht sein und wenn nicht, und dies halte ich für noch wahrscheinlicher, meint sie zu wissen wie es auf die Zuschauer wirken wird.
Aber genauso wie es vorwiegend aus dem linken Spektrum der Gesellschaft kritische Stimmen zu “Der Untergang” (Hitlers letzte Tage im Bunker) gab kommt jetzt aus dem rechten und/oder konservativen Teil der Gesellschaft Missfallen an der Darstellung der RAF. Das war sowas von vorhersehbar wie Versprechen von Steuervergünstigungen vor der Bundestagswahl.
Wie auch immer, ich weiß es nunmal nicht, dieser Film auch sein wird, wird er definitiv eine sehr interessante Debatte auslösen, die es bis heute (zumindest nicht auf einem vernünftigen Level) nicht gegeben hat. Und darauf freue ich mich und das ganz in dem Wissen, dass ich definitiv keine Morde verglorifizieren werde und Gewalt per se für keine Lösung halte.
Bettina Röhl ist übrigens die Tochter von Ulrike Meinhof und auch Stefan Aust gut bekannt, der sie vor einer von ihrer Mutter geplanten Verschleppung nach Jordanien gerettet hat und natürlich von daher auch sehr vorbelastet was die ganze Geschichte betrifft. Ich war mir nicht sicher ob ich dies erwähnen sollte, weil immerhin ist sie ein eigenständiger Mensch dem es wahrscheinlich auf die Nerven geht immer mit ihrer Herkunft in Zusammenhang gebracht zu werden, dachte mir aber, dass es in diesem Zusammenhang dann doch wichtig ist.
Den Artikel von Bettina Röhl gibt es hier.
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Schadenfreude ist trotz landläufiger Meinung nicht die schönste Freude, Sex zum Beispiel ist wesentlicher schöner. Selbiges muss sich übrigens auch die Tochter von Sarah Palin gedacht haben, die jetzt im Alter von 17 ein uneheliches Kind erwartet.
Warum das eine Meldung jenseits der Bunten wert ist, erklärt sich anhand der Tatsache, dass ihre Mutter, die neue Vizepräsidentschaftskandidatin der US-Republikaner, eine entschiedene Abtreibungsgegnerin mit strikter “Kein Sex vor der Ehe”-Philosophie ist.
Tja, “dumm gelaufen” wie der unverheiratete, rumhurende Pöbel so zu sagen pflegt und ganz sicher nicht vorteilhaft für eine erzkonservative Wahlkampfstrategie.
Der Tochter wünsche ich natürlich alles Gute, die hat es sowieso schon schwer genug bei der Mutter.
Wie es weitergeht im Palin-Skandal weiß der Pantoffelpunk und als kleines Vorschauschmankerl gibt es hier folgendes Bild.

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